Stadtgeschichte Leipzig

Leipzig hat eine lange Geschichte, die größten Auswirkungen auf das heutige Stadtbild hatte aber wohl die DDR. Im 7. bis 9. Jahrhundert siedelten am Zusammenfluss von Elster und Parthe Slawen und gaben ihrer Heimat den Namen Lindenort, also „Lipsk“.

 

Die erste offizielle Erwähnung der Geschichte Leipzigs findet sich in einer Chronik aus dem Jahre 1015. 1165 gab Markgraf Otto der Reiche dem Ort Stadt- und Marktrecht, weshalb dieses Jahr als Gründungsdatum gilt. Die Stadt war nicht nur aufgrund der beiden Flüsse günstig gelegen, sondern auch, weil sich hier alte Fernstraßen, die Via Imperii und die Via Regia kreuzten. Als eine der frühesten und ältesten Universitäten wurde hier 1409 die Alma Mater Lipsiensis gegründet. Ab 1439 gehörte Leipzig zum Kurfürstentum Sachsen, dessen Hauptstadt Dresden war. Zum Ende des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Messezentrum, wozu mehrere Faktoren führten: 1497 wurde sie zur Reichsmessestadt, 1507 erhielt sie das Recht, als einzige im Umkreis von 115 Kilometern Messen zu veranstalten. Fell- und Pelzhandel, sowie die Fabrikation dieser Handelsware und des Werkzeuges waren wichtig für die spätere Funktion als Messestandort, da hier wegweisendes, spezifisches Gewerbe und Produktion gezeigt wurden. Noch für 1913 lässt sich dies mit Zahlen belegen: 40 Prozent der Steuern Leipzigs brachte die Pelzbranche ein.

1539 wurde die Reformation in Leipzig eingeführt, was zu besseren Lebensbedingungen und mehr Wohlstand führte. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) traf Stadt, Bevölkerung und Wirtschaft in der Blütezeit hart, die Einwohnerzahl schrumpfte von 16.000 auf nur mehr 12.000. Aber die Leipzig erholte sich von diesem wie von anderen kriegsbedingten Krisen. Mit der Industrialisierung strömten im 19. Jahrhundert Menschen in die Stadt und machten Leipzig schon 1871 mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Viele kulturelle Institutionen wurden gegründet oder erhielten ein neues Haus, wie die Universität, der Zoologische Garten und der Hauptbahnhof.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden 60 Prozent der Bausubstanz zerstört, viele Häuser unbewohnbar. 1945 gehörte Leipzig zunächst zur sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 zur DDR. In der Folgezeit verlor die Stadt stark an Bedeutung, und bedingt dadurch an Einwohnern. Während der DDR-Zeit war die Region Leipzig wichtige Quelle für Braunkohle (vgl. hierzu auch Artikel „Stadt Leipzig“). Heute ist es Messe-, Universitäts- und Medienstadt.

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